Weintipp für die kalte Jahreszeit: Beaujolais


„Le Beaujolais nouveau est arrivé" lautet die frohe Botschaft ab dem November, wenn der erste Wein des neuen Jahrgangs auf den Markt kommt. Eine Tradition, die kürzlich ihren 60. Geburtstag feiert.




Der Primeur ist zugleich ein Vorbote für den vielversprechenden Beaujolais-Jahrgang 2011. Auf den dürfen sich Weinfreunde schon jetzt freuen – und insbesondere auf die lange lagerfähigen Spitzenweine des Beaujolais, die so genannten Crus. Denn Beaujolais hat noch viel mehr zu bieten, als den „Nouveau"! Die Spitzenweine aus den zehn Cru-Lagen, darunter Morgon, Brouilly oder Juliénas bieten das ganze Jahr über Genuss, sind aber vor allem auch in der kalten Jahreszeit und zu festlichen Anlässen eine sichere Wahl.

In Frankreich, südlich von Mâcon, erstreckt sich bis vor die Tore Lyons die reizvolle Hügellandschaft des Beaujolais. Hier wird fast ausschließlich die Rebsorte Gamay angebaut, aus der die bekannten Rotweine entstehen. Durch ein spezielles Verfahren, bei dem die per Hand gelesenen Trauben als Ganzes gären, ist der Gehalt an Gerbstoffen sehr niedrig. Solche Weine liegen im Trend! Sie bieten viel Geschmack, erfreuen den Gaumen durch ihre geschmeidige, elegante Art und harmonieren ausgezeichnet mit vielen Speisen.

Beaujolais und Beaujolais Villages heißen die beiden Herkunftsbezeichnungen, aus denen auch der bekannte Beaujolais nouveau kommt. Und dann gibt es die sogenannten Crus: besonders hochwertige, mehrere Jahre lagerfähige Weine, die sich geschmacklich deutlich abheben. Hervorgebracht werden sie in zehn Gemeinden des Beaujolais, bei deren Namen Kenner mit der Zunge schnalzen: Chiroubles, Moulin-à-Vent, Saint-Amour, Juliénas, Fleurie, Morgon, Brouilly, Côte de Brouilly, Régnié sowie Chénas.

Empfehlenswerte Crus aus dem Beaujolais für gemütliche Kaminabende oder festliche Abendessen sind auch bei uns zu finden. So beispielsweise der 2009er Juliénas „Sélection de la Hante" von Cave du Château de Chénas (ca. 8 Euro, www.krote.de).

Dieser Wein ist rund und kräftig, da seine Trauben in windgeschützten Seitentälern, von der Sonne verwöhnt, wachsen und reifen können. Der 2009er Morgon „Cuvée du Py" von Château de Pizay (ca. 10 Euro, Karstadt) besticht mit expressiv fruchtige Aromen und dem Duft nach Kräutern, Kakao und Kirsche. Damit ist er ein typischer Vertreter seiner Herkunft. Leicht gekühlt schmeckt ein Beaujolais übrigens am besten (15 bis 16° Celsius).